Studie zur Arbeitssituation von LehrerInnen - und Rauschen im Blätterwald wegen “Lehrerpranger”
Die Arbeitssituation von Lehrerinnen und Lehrern an Schulen in Deutschland wurde in der letzten Woche aus zwei ganz verschiedenen Perspektiven verhandelt: Zuerst wehte die von Deutschland geschwänzte OECD-Vergleichsstudie “TALIS” durch die Bildungslandschaft und -Politik, dann rauschte das “Spickmich-Urteil” des Bundesverfassungsgerichts hinterher. Zu beiden hier einfach mal ein paar Zusammenfassungen und Querverweise:
Die Kultusministerkonferenz wollte nicht - da hat die GEW kurzerhand die Befragung einiger tausend Lehrkräfte zu ihrer Arbeitssituation in Eigenregie durchgeführt. Einen Kurzbericht gibt’s hier [MP3], einen Artikel >> hier. Ausführlich befasste sich dann die Sendung “PISAplus” mit Hintergründen und Ergebnissen der Studie [MP3, 45 Min. | >> DLF-Seite mit weiteren Links]. Darin stellt u.a. der Studiogast Prof. Matthias von Saldern von der Leuphana Universität Lüneburg klar, dass es weniger um die Arbeitssituation im allgemeinen als um das Gefühl der Selbstwirksamkeit und die Motivation der LehrerInnen in den beteiligten Staaten geht. Hübsch, wie er dabei den Einwand des bayerischen Kultusministers gegen die TALIS-Studie vor die Wand fahren lässt [Dr. Spaenle ca. Minute 11'30''; M.v.Saldern ca. Minute 18'40''].
Zum Spickmich-Urteil gibt es eine eigene Seite mit Zusammenfassungen auf >> bildungsklick.de/topic/spickmich mit zahllosen Stellungnahmen von Berufsverbänden “gegen den virtuellen Pranger” (GEW). In der tageszeitung hat Christian Füller versucht in dem Urteil einen >> Meilenstein für eine neue Lernkultur zu finden und wird seitdem mehr und weniger fundiert aber im Grundton verärgert >> angegangen. Die >> Süddeutsche bemüht sich (m.E. erfolgreich) um Ausgewogenheit. Auch der Spiegel bringt einen >> langen Artikel mit zur Stunde 6000 Diskussionsbeiträgen; in der >> Welt diskutiert man hingegen noch im dreistelligen Bereich. Update 27.06.: >>DLF PISAplus
Interessant auch, wie das Thema von NutzerInnen im Web 2.0. verhandelt wird, deren Medienpraxis das Problem ja erst “verursacht” hat. Die meisten NutzerInnen des Mini-Blog-Dienstes “>> Twitter” begrüßen das Urteil und bringen es mit der Kampagne gegen Netzsperren (Stischwort “Zensursula”) in Verbindung. Länger gebloggt wird zum Thema auch: >> “Es fehlt die Waffengleichheit”. Im Schule 2.0 Blog schreibt Wolfgang Weicht >> Jede Schule ist ein Social Network, jede Schule ist spickmich.de. (Das Blog zitiert im Übrigen Hartmut von Hentig mit dem schönen Satz “Der Computer wird die Schule und ihren Auftrag verändern, gleich ob sie sich auf ihn einlässt oder nicht. Sie wird sich vermutlich um so mehr ändern, je weniger sie sich mit ihm befasst.“).
Und schließlich noch der vielleicht ja versöhnliche Hinweis auf den Eintrag >> Schülerfeedback im “ZUM-Wiki”, der Offenen Plattform für Lehrinhalte und Lernprozesse.
