UPDATE »Unsa Haus« – nichtnormatives Kinderbuch

(War: “»Unsa Haus« – Versuch über ein Kinderbuch ohne Zuschreibungen” [13.08.2009]): Geschichten und Erzählungen sind wichtige Medien zur Vermittlung von Werten und Normen. Gehen wir mal vom besten Fall aus, dann handelt es sich um Werte wie Solidarität oder Achtung vor dem Leben, um Normen wie Gleichheit, Meinungsfreiheit oder das Recht auf körperliche Unversehrtheit… Viele Kindergeschichten tragen diese Botschaften mehr oder weniger offen mit sich rum. Dass daneben oft noch eine ganze Reihe weiterer „ungeschriebener Gesetze“ mit im Gepäck kommen, wird dagegen eher selten thematisiert: Wer sitzt am Steuer des Lastwagens im Hintergrund – Mann oder Frau? Welches Geschlecht hat die tanzende Person auf dem Werbeplakat an der Litfassäule? Welche Hautfarbe haben die Chefs, von denen eher am Rande der Geschichte die Rede ist? Gibt es eigenltich auch Abbildungen z.B. von RollifahrerInnen, deren Beeinträchtigung nicht Thema ist?

Scheinbare “Nebensächlichkeiten”, die gesellschaftliche Normalität und damit auch Norm zu Ausdruck bringen.

Das >>Anti-Discrimination Future Project hat nun ein Kinderbuch veröffentlicht, das versucht, diese Normalität mit Vielfältigkeit zu füllen und keine  indirekten Lektionen darüber zu erteilen, wie die Welt “richtig” zwischen Männern und Frauen, Weißen und “Anderen”, Erfolgreichen und Bedürftigen aufgeteilt ist.

Ein verflixt schwieriges Unterfangen, das in der Umsetzung vermutlich immer hinter den Erwartungen zurück bleiben muss. Ob dieser Versuch gelungen ist, kann jedeR sofort selber schauen: Das Buch steht zum freien >>Download zur Verfügung.; und die erste gedruckte Auflage ist für pädagogisch Tätige kostenfrei zu bestellen. =>Vergriffen

Update: Aus dem  Buchprojekt ist jetzt ein >>Verlagsprojekt geworden, in dem weitere ähnliche Bücher erscheinen sollen. Dort und im Buchhandel ist “Unsa Haus” auch zu beziehen.

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